Unsere Empfehlung:
Der Mann, der den Zügen nachsah. SZ-Bibliothek Band 24
Autor: Georges Simenon, Linde Birk
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Im Handel seit: 06. November 2004
Art: Gebundene Ausgabe
ISBN: 3937793232
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Sichere bürgerliche Existenz als trügerische Scheinwelt.
Der Süddeutschen Zeitung gebührt die Anerkennung, mit der Neuedition von 50 großen Romanen des 20. Jahrhunderts unter dem Motto "Lese. Freude. Sammeln" einen großen literarischen Beitrag geleistet zu haben. Der derzeitige Einführungspreis von 4,90 EUR ist zudem unschlagbar für diese gebundenen Ausgaben und erinnert an DM-Zeiten, wo gute Taschenbücher durchaus noch für 6,80 DM zu haben waren.Georges Simenon hat ein Werk von über 400 Büchern hinterlassen, davon gut 80 Maigret-Romane. Dabei wird Simenon gerne als Autor von "Unterhaltungsliteratur" unterschätzt. Doch auch seine Maigret-Romane sind immer genaue Sozialstudien und menschliche Psychogramme. Besonders aber die "Nicht-Maigret-Romane" zeichnen sich als das aus, was Literatur sein soll: Sie zeigen Menschen im Konflikt. Im vorliegenden Roman ist für den Familienvater und Prokuristen Kees Popinga von einer Minute auf die andere nichts mehr so wie es war. Sein Chef hat spekuliert und die Reederei, in der Popinga seit 20 Jahren arbeitet, ist damit pleite. Damit ist auch Popingas Schicksal besiegelt, der soziale Abstieg ist programmiert. Sein Chef setzt sich ab und der biedere Popinga beschließt, es ihm gleich zu tun. Er verlässt seine Heimatstadt Delzijl mit dem Zug in Richtung Paris.Von nun an erleben wir, was die obwaltenden Verhältnisse in Menschen anrichten können. Popinga will, wenn schon alles vor die Hunde geht, wenigstens einmal frei sein. Dabei geht er sogar über Leichen und wird innerhalb kürzester Zeit vom braven Mann zum gesuchten Kriminellen.Simenon zeigt in fast allen seinen Nicht-Maigret-Romanen Menschen am Scheideweg. Alles ist plötzlich möglich. Die heile bürgerliche Existenz zeigt sich als trügerische Scheinwelt. Und so lautet der letzte Satz dieses Romans denn auch: "Es gibt keine Wahrheit, oder?"Der Leser erlebt wieder einmal eine meisterhafte Erzählung eines mit sich ringenden Menschen. Literatur wir sie sein soll: Spannend und bedeutsam! .



Spannendes und faszinierendes Psychogramm eines Ausbrechers.
Georges Simenon habe ich immer ausschließlich mit den Kriminalromanen rund um Kommissar Maigret in Verbindung gebracht. Welch ein Fehler. Glücklicherweise hat die SZ-Bibliothek mir ein Werk außerhalb dieser Mammutreihe quasi auf dem Präsentierteller gereicht.„Der Mann, der den Zügen nachsah" ist eine fesselnde psychologische Beschreibung eines holländischen Prokuristen, der durch die illegalen Machenschaften seines Chefs zuerst in die Arbeitslosigkeit und dann indirekt auch zu Verbrechen getrieben wird. In den Jahren der Zurückhaltung, in einer allzu gezwungenen Welt, mit einer Ehefrau, die ihn und die er siezt, hat sich in Kees Popinga ein Überdruck aufgebaut, der schlagartig entweicht, als er durch exogene Faktoren frei wird. Zuerst entlädt sich dieser Druck im Mord an einer Prostituierten, die ihn abweist, dann in einer ruhelosen Flucht, einem genial geschilderten Versteckspiel vor der Pariser Polizei, unterbrochen durch wenige zwischenmenschliche Kontakte, insbesondere zu Pariser Prostituierten.Bereits in den dreißiger Jahren entstanden, ist dieser Roman als Abbildung einer Gesellschaft, die jedem einzelnen viele Zwänge auferlegt, so gültig wie damals. Zuviel Beherrschung, die Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse, die Zwangsjacke der beruflichen und privaten Existenz, verursachen auch heute noch Ausbruchversuche auf er einen, es muss ja nicht immer gleich Mord sein, oder zerbrochene Existenzen auf der anderen Seite.„Der Mann, der den Zügen nachsah" gehört für mich neben von Keyserlings „Wellen" zu den überraschend positiven Werken der SZ-Bibliothek. (Und nicht immer sind sich die Rezensenten so einig wie in diesem Fall.) Unbedingt empfehlenswert. .



Die Sehnsucht nach der Weite.
Der arme Mann, der Hauptcharakter, hat sich zu Liebe der anderen Menschen selbst immer vernachlässigt und seinem Hang zur Freiheit schleifen lassen. Er hatte zwar ein paar Vergnügungen, wie das Schachspielen einmal in der Woche, aber ansonsten war er allen anderen untertänig. Bis plötzlich die Firma, bei der er Teilhaber ist, bankrott ist. Das ist der Tag an dem sich alles ändert. Er verlässt alles, seine Familie, seine Firma, seine Stadt. In Paris, wohin er geht, lebt er, doch gewisse Umstände haben ihn vor der Flucht nach Paris zu einem Verbrecher gemacht. Die Polizei jagt ihn, zuerst hat er Angst, dann spielt er mit der Polizei. Ein fantastisches Buch, das jeden nach Freiheit strebenden Menschen glücklich macht! .Die meisten Käufer dieses Produktes
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