Unsere Empfehlung:
Ein Porträt des Künstlers als junger Mann. SZ-Bibliothek Band 14

Autor: James Joyce, Klaus Reichert
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek


Ein Porträt des Künstlers als junger Mann. SZ-Bibliothek Band 14, Autor: James Joyce, Klaus Reichert von Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek

Im Handel seit: Juni 2004
Art: Gebundene Ausgabe
ISBN: 3937793151

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Das sagen Kunden (Erfahrungen, Testberichte, Empfehlung) über das Buch

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Für ein Erstlingswerk genial!

Leute, fangt doch nicht immer gleich an, zu meckern, wenn ich etwas nicht versteht! Der Schreibstil ist perfekt, die Sprache des Dedalus entwickelt sich mit dem Charakter, oder der Charakter mit der Sprache? Dass dieses Buch "schwer" ist, sagt sich leicht, wenn man sich selten der "schweren" Literatur hingibt, obwohl meiner Meinung nach dieses Kriterium mehr als unangebracht ist. Der Roman hat einfach einen ungewöhnlichen Stil. Intern fokalisiert wird hier die Gedankenwelt eines Protagonisten wiedergegeben. Es sind alles Gedanken, Erinnerungen, jegliche Handlung spielt im Hirn des Protagonisten. Es ist eine Autobiographie von Beginn an. Die riesigen apophänen Szenarien (Ich denke da nur an die Doppelpredigt oder Stephens "Ästhetizismus") wirken hier eher einbettend als ausschweifend, da sie als einzige einen, nach Stephen emotionalen, also kinetischen, sprich festen Wahrheitsgehalt haben. Die dynamischen Elemente sind nur Erinnerungsschmuck, die ganze Handlung ist ein Erinnerungskonstrukt mit dem jeweils präzise angebrachten Fokus auf die Situation. Mit seiner Ausführung über Ästhetik gegen Ende des Textes erklärt Joyce (wenn dieses Werk wirklich autobiographisch sein sollte...) sein Werk selbst. Er legt dem Leser alles vor die Füße. Nein, der Roman ist nicht sonderlich leicht, aber auch nicht sonderlich schwer oder schwer zu lesen. Und wenn man sich als normalen Leser definiert und Joycens Roman zu schwer findet, frage ich mich, was der "normale Leser" so liest...
Ich für meine Begriffe habe "ein Portrait des Künstlers als junger Mann" sehr genossen und werde es bestimmt ein zweites, drittes mal lesen, ganz im Gegenteil zu "Mrs. Dalloway". .

Ein Buch voll von romantischen Erinnerungen.

Zu seinem bekanntesten Werk "Ulysses" sagte J. Joyce auf die Frage warum er es so kompliziert geschrieben habe:
"Damit die Kritiker die nächsten dreihundert Jahre damit zu tun haben."
Dieses Werk ist nicht ganz so kompliziert geschrieben, doch leichte Kost ist es wahrlich nicht. Was Joyce bei seinem Stil vergisst ist die Lesbarkeit für den "normalen" Leser.
Der Inhalt des Buches läßt sich kurz zusammenfassen:
Das Buch ist in drei Teile eingeteilt, die verschiedene Lebensabschnitte des Stephen Dedalus zeigen. Stephen muss ein streng katholisches Internat in Irland besuchen und wird dort für sein Leben geprägt. Denn obwohl er sich immer mehr gegen die Autorität der Lehrer und die der gesellschaftlichen Norm auflehnt bleibt eine feste religiöse Verankerung in ihm bestehen. Immer wieder versucht er sein Handeln vor sich selbst zu verantworten und kann letztendlich seiner Kindheit nicht entfliehen.Besonders gefielen mir die sprachlichen Übergänge. Die Geschichte von Stephen wird in verschiedenen Abschnitten erzählt. Zuerst wird seine Babyzeit geschildert, woraufhin Kindheit und Jugend folgen. Dies merkt der Leser nicht nur an den äußeren Umständen (voranschreiten in der Schule et cetera), sondern auch aufgrund Joyce Stil. In der Babyzeit ähnelt die Form und Wortwahl noch sehr der eines Babys, in der Jugend ist die Sprache um einiges gewählter als in der Kindheit. Ist Stephen in seiner Jugendzeit angelangt wird der Leser nicht nur mit Fremdwörtern überhäuft, sondern auch immer wieder mit (kleineren) philosophischen Ausschweifungen.
Doch trotz dessen und trotz der teilweise vorhandenen Sprachgewalt von Joyce ist mir dieses Werk nur zwei Sterne wert. Der Grund dafür liegt in den endlosen Ausschweifungen, die nicht nur von der Handlung ablenken, sondern - meiner Meinung nach - Symbol für James Joyce romantische Erinnerungen an seine Kindheit sind (da dieser Roman starke autobiographische Züge offenbart). Anscheinend schwelgt der Autor in Jugenderinnerungen und baut diese dann für die Geschichte aus, sodass unterm Strich nur starke Melancholie und keine verwertbaren Informationen bleiben.
Ich muss gestehen, dass ich es nicht geschafft habe das Werk bis zum Ende zu lesen, da mich die scheinbar endlosen Ausschweifungen zu sehr langweilten. .

Zum großen Teil keine leichte Kost.

Protagonist des Buchs ist Stephen Daedalus. Sein Lebensweg als Heranwachsender und junger Erwachsener im katholischen Irland wird in drei (Lebens-) Abschnitten geschildert.Im ersten Teil wird er als schüchterner, schmächtiger Einzelgänger auf einer Schule mit starker religiöser Prägung beschrieben. Eine der rar gesäten Höhepunkt ist seine Auflehnung gegen eine ungerechte Bestrafung durch einen seinen Lehrer.Im zweiten Teil wandelt er sich zu einem von seiner Religiosität geprägten Heranwachsenden, der seine Handlungen fast schon fanatisch daran ausrichtet, ob diese Gott gefällig sind. Dieser Wandel ist auf ein sexuelles Abenteuer zurückzuführen, das bei Stephen - verstärkt durch eine Predigt eines Priesters über die Sünde, die Hölle und das Jüngste Gericht - starke Schuldgefühle auslöst.Im dritenn Teil ist Stephen hingegen ein eher rebellischer Zeitgenosse, der nicht mehr viel von Religion und von der Kirche zu halten scheint, sich gegen seine Eltern auflehnt, die Vorlesungen an der Universität schwänzt, sich in den Tag hinein treiben lässt und mit seinen Kommilitonen über Liebe, Schicksal usw. philosophiert. Der Übergang vom zweiten auf den dritten Teil im Buch ist kaum nachzuvollziehen. Zwar wird immer mal wieder - mehr oder weniger versteckt - die Stellung der Kirche als autoritäre Institution kritisiert, aber Stephens 180°-Drehung vom religiösen Fanatiker zum Atheisten (ich überzeichne ein wenig) ist nicht begründet.Hierin liegt auch einer meiner wesentlichen Kritikpunkte am Buch. Man vermisst einen roten Faden. Ferner ist die Rahmenhandlung des Buchs nicht wirklich unterhaltend. Es bleiben nicht wirklich viele Szenen aus dem Buch hängen, an die man sich nach Beenden der Lektüre erinnert. So werden Stephens familiären Umstände immer nur vage angedeutet. Während Stephens Eltern zu Beginn des Buches offensichtlich recht wohlhabend sind, scheinen sie am Ende ihr Vermögen verloren zu haben. Warum? Gute Frage, ich kann sie aber nicht beantworten.Im letzten Teil wird zudem zu viel "herumphilsophiert", ohne das dies die Handlung ergänzen oder weiterbringen würde.Wirklich spannend ist allerdings die oben erwähnte Predigt des Priesters. Man kann sich gut vorstellen, wie die Menschen vor 100 Jahren mit solchen "Angstpredigten" eingeschüchtert wurden.Insgesamt kommt die Handlung für ein etwa 300 Seiten starkes Buch aber viel zu kurz. .

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