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Alle Tage
Autor: Terezia Mora
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Im Handel seit: Oktober 2004
Art: Gebundene Ausgabe
ISBN: 3630871852
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...sprachlich hervorragend, spannend, düster...
Vielleicht sollte man dies Buch nicht an einem dunklen Novembertag in die Hand nehmen, vielleicht wird man gerade sagen: Ach wie lächerlich sind doch meine eigenen kleinen Problemchen angesichts dieser Geschichte(n)...: Der Held des Buches, Flüchtling aus Ex-Jugoslawien, rechtzeitig desertiert um nicht eingezogen zu werden, aber eigentlich auch schon vor seiner Flucht: Vaterlos, wie vaterlandslos, entwurzelt, einsam - homosexuell, ohne dies wirklich ausleben zu können, ebenso genial wie unfähig aus dieser Genialität Kapital zu schlagen, stolpert durchs Leben, mehr von Zufällen und wenigen glücklichen Umständen bestimmt als vom eigenen Willen. Letztendlich scheitert das Genie, der zehn Sprachen perfekt kann, an der Unfähigkeit zur Kommunikation, zur Aufnahmen von wirklichen Beziehungen zu seiner Umwelt. Sprachlich ist das Buch eine Sensation, Sätze wie Seziermesser mit immer wieder überraschenden Bildern - aber gleichzeitig oder sagen wir 'und auch' ist das ein enorm spannendes - bis zur Auflösung am Schluß auch ein Krimi, eine atemlose Suche, mit rätselhaften Figuren, die abseits des bürgerlichen Normallebens stehen. .



Heiliger Protagonist und durchgedrehtes Romanpersonal.
Theresa Mora erzählt in ihrem Erstling die Geschichte von Abel Nema, dem jungen Mann, der spielend leicht zehn Sprachen lernt, sich nicht betrinken kann, nicht träumt, und keine Geschmacksempfindung besitzt. Er ist hochgewachsen, dürr, aber zugleich auch von der Art, dass jeder, der ihn kennerlernt, den Wunsch verspürt, sich näher mit ihm zu befassen. Seine Schulzeit verbringt Abel ohne Vater an der Seite seines Jugendfreundes Ilia, dem einzigen Menschen, zu dem er sich jemals hingezogen gefühlt hat, der ihn aber, als er ihm seine Liebe kurz nach dem Abitur gesteht, zurückstößt. Danach verlässt Abel seine Heimatstadt und wird zum großen Schweiger, der eine Sprache nach der anderen lernt, aber selber immer weniger spricht. Er ist wie eine Teflonpfanne, an dem nichts haften bleibt, weder Liebe noch Güte, weder Gemeinheit noch Niedertracht. Aber er ist auch ein Katalysator, dessen Sosein alle Gestalten des Buches dazu veranlasst, ihr Innerstes nach Außen zu kehren, eine literarische Fokussierung, mit der es der Autorin immerhin gelingt, eine ganze Reihe bizarrer Figuren auf eine äußerst originelle Weise vorzustellen. Und an durchgedrehtem Romanpersonal herrscht keinerlei Mangel - möglicherweise besteht in der fabulatorischen Kraft, mit der die Autorin diese Figuren beschreibt, sogar die größte Stärke des Buches. Erst nach der Mitte des Buches lernt Abel Mercedes (die natürlich auch schon vorher ihre Auftritte hatte ) kennen, mit der er eine Scheinehe eingeht und von der er sich gleich am Anfang des Werkes scheiden lässt, eine Frau, die Abel unglücklich liebt, weil dieser zeitlebens dem Jugendfreund Ilja nachhängt. Als Abel von Iljas schrecklichem Ende erfährt, dreht er durch und kommt in eine Nervenheilanstalt, wo ihm im Zustand des Delirierens alle Gestalten seiner Kindheit und Jugend aufs Neue begegnen. Aus dem Delirium aufgewacht und aus der Klinik entlassen, fällt Abel einer Zigeunerbande in die Hände, die ihn halbtot schlägt und mit dem Kopf nach unten an einer Stange aufhängt, ein Zustand, mit dem der Roman beginnt und endet Diese Misshandlungen, die er nur mit Glück überlebt, scheinen ihn dann zu „heilen", er hat alle seine Sprachen vergessen, er träumt wieder, hat Geschmacksempfindungen und scheint sich nun auf der Ebene einer reduzierten aphatischen Zustandes mit seiner Umwelt auseinander setzen zu können. Was ist nun „die Moral von der Geschicht?" Ist es gleich unmöglich als Genie, als Autist, als Aphatiker oder als Normalo in der Welt zu existieren? Sind die schrillen Figuren nur Symbole für die Schrecken der balkanischen Wirren in den Neunziger Jahren? Möglich, aber nicht zwingend. Und wahr ist leider auch: Keine der poetischen Ideen zündet wirklich - die Idee mit der Vielsprachenkompetenz bei gleichzeitiger Sprachlosigkeit ist reizvoll, wird aber nicht wirklich ausgewertet, die Liebesgeschichte zwischen Mercedes und Abel bleibt ebenso wie Abels Homosexualität chimärenhaft - wer will kann das als Vorzug sehen. Aber für einen Roman von über 400 Seiten ist das ein wenig unbefriedigend. .



frappierende unfähigkeit.
als leidenschaftlicher Leser und Germanist sehe ich mich gezwungen, die potentielle Leserschaft dieses Buches zu warnen vor diesem geistlosen und stümperhaft geschriebenen worthülsen-roman. den leuten, die dieses Buch positiv bewerten, möchte ich ein lautes "Hurz" a la Hape Kerkeling entgegenschleudern. Jeder Cent und jede investierte Sekunde opfert man einem Ärgernis, denn bei aneinander gereihten Worten und nicht näher gebrachten Personen sowie einer diffusen Geschichte will bei bestem Willen keine Neugierde, kein Lesefluss und keine Unterhaltung aufkommen. Der eine Stern in der Bewertung ist lediglich ein Platzhalter für die Null, die ich nicht gefunden habe. .Die meisten Käufer dieses Produktes
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